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  Astropeiler Stockert-Eifel
 

Der Astropeiler auf dem Stockert


Von vorn von jstarek 
Foto: Jürgen Starek

Seit ich mich mit der Thematik des kalten Krieges beschäftige gehe ich mit ganz anderen Augen durch die Welt. Ich bin jedes mal erstaunt, auf welche Ergebnisse man stößt, mit denen man nicht rechnet. So zum Beispiel mit dem Radioteleskop auf dem Stockert bei Bad Münstereifel. Für mich war das immer der Vorläufer, des einst weltgrößten Radioteleskop in Effelsberg, welches Anfang der siebziger Jahre in Betrieb ging und Stockert weitestgehend nur noch zu Schulungszwecken genutzt wurde. So bekamen wir das auch, ich glaube das war 1985, als wir mit der Schule Effelsberg besuchten, bei einer Führung erklärt. Kein Wort von einer militärischen Nutzung. Als ich nach der NIKE-Stellung im Billiger Wald googelte, war ich jedoch um so überaschter, daß ich direkt beim Astropeiler landete.

Der Stockert ist ein Berg westlich von Bad Münstereifel und einer Höhe von 435 m. Im Jahre 1956 wurde die Anlage errichtet und am 19. Juli 1957 feierlich unter Teilnahme von Aliiertenvertretern eingeweiht. Die Anlage wurde von der astronomischen Fakultät der Universität Bonn betrieben. Parallel dazu wollte das Militär Grundlagenforschung zur Radartechnik dort betreiben und stellte an die Anlage betimmte Ansprüche in Punkto Beweglichkeit der Antenne, die schon im Entwurf berücksichtigt wurden. Aufgrund dieser Doppelnutzung enstand der Begriff "Astropeiler". Über das Ende der militärischen Nutzung schwanken die Angaben von 1962 über 1964 bis 1967. Es wurde sich halbjährlich abgewechselt, das bedeutete ein halbes Jahr bezog das Militär den Stockert und ein halbes Jahr die Astronomen. Beide hatten jeweils einen separaten Raum zur Verfügung. 1957 bereits klemmten sich die US Luftstreitkräfte in Europa an die Antenne um von dort aus russische Radaranlagen bis in 500 km Entfernumg zu orten. Gelegentlich wird auch von der Luftraumüberwachung der Korridore nach Berlin gesprochen, was aber angeweifelt werden kann, da die Nutzungsdauer ja nur immer sechs Monate im Jahr war



1979 startete man auf dem Stockert das letzte astronomische Großprojekt. Erhöhte Radartätigkeiten in einer der heißesten Phasen des kalten Krieges, der in direkter Nachbarschaft gelegenen NIKE-Stellung Billiger Wald, sowie vom Fliegerhorst Nörvenich, führten zu permanenten Störungen des Forschungsbetriebes, daß die Astronomen den Astropeiler in den achtziger Jahren zu Forschungszwecken aufgaben. Bis 1997 wurde dieser jedoch noch zu Ausbildungszwecken in Vorbereitung auf die darauf folgende wissenschaftliche Tätigkeit in Effelsberg genutzt. 1997 erwarb ein privater Investor die IT-Firma Creamware, den Astropeiler und verkaufte diesen im Frühjahr 2005 baulich und wartungstechnisch schwer vernachlässigt an die Nordrhein Westfalen Stiftung. Der Förderverein " Astropeiler Stockert e.V." kümmert sich um den Erhalt des Denkmals und versucht den Astropeiler wieder in Betrieb zu nehmen.


Zum Förderverein bitte hier klicken:

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 Quelle: www.manfred-bischoff.de und http://astropeiler.de/

 
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