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  Lötzen
 

 



Der Landkeis Lötzen

Dieser bestand ebenfalls von 1818 bis 1945. Lötzen liegt in Masuren am dritt - größten See Ostpreußens, dem Löwentinsee. 



Als besondere Sehenwürdigkeit kann man hier die Feste Boyen nennen.1943 erblickte mein Vater im Lötzener Krankenhaus das Licht der Welt. Er ist der jüngste Sohn einer alten Eisenbahnerfamilie. Gewohnt hat die Familie in Nussberg am Sonntagssee im Kirchspiel Widminnen, Kreis Lötzen. Aufgrund des Geburtsjahrgangs kann mein Vater sich natürlich an nichts erinnern und das Verhältnis zu meinem Großeltern war seit den achtziger Jahren zwischen meinem Vater und seinem Vater sehr angespannt, d.h. die beiden haben nicht mehr miteinander gesprochen. Deshalb ist mein Wissen, was das Ostpreußen väterlicherseits angeht sehr defizil. Alles, was ich weiß, sind die wenigen Kindheitserinnerungen meiner Tante Marlene. Mein Großvater kam in russische Kriegsgefangenschaft. Meine Großmutter machte sich mit klein Papa und seinen vielen Geschwistern 1945 auf die Flucht, wobei Tante Marlene die Aufgabe übertragen bekam, auf Vater aufzupassen. Mein Großvater hatte aus irgendwelchen Gründen, die keiner mehr nachvollziehen kann, eine kleine Dienstwohnung von der Reichsbahn in Dresden. Da meine Großmutter nicht wußte wohin und sich dachte, wenn ihr Mann aus der Gefangenschaft kommt, würde er bestimmt als erstes dort nach ihnen suchen. Womit sie auch später recht behalten sollte. In der bekannten Bombennacht von Dresden verlor Vater fünf Geschwister. Als der Luftalarm losging, war meine Tante Marlene mit meinem Vater allein zu Hause. Vom zuständigen Luftschutzwart oder -helfer wurde sie aufgefordert, sich in den entsprechenden Keller zu begeben. Als sie im Luftschutzkeller angekommen war, fiel ihr auf, daß Vater nur noch einen Kinderschuh an hatte und sie wohl in der Hektik und dem Gedränge den anderen Schuh verloren haben mußte. Das war in der damaligen Zeit eine Katastrophe und so wollte sie den Schutzraum verlassen um nach dem Schuh zu suchen. Der Luftschutzwart konnte meine Tante nur mit Gewalt am verlassen des Schutzraumes hindern. Meine Tante war damals gerade zehn Jahre alt.

Zwei Jahre später kam Großvater aus der Gefangenschaft und tauchte wirklich in Dresden auf. Er blieb nur eine Nacht und ließ Großmutter sofort mit den Worten, "Ich war jetzt zwei Jahre bei den Russen und ich bleibe nicht einen Tag länger hier bei denen!", die Sachen packen. Die Flucht ging weiter Richtung Westen, wo sie sich in Langschede, zwischen Unna und Schwerte, am Rande des Ruhrgebietes niederließen. Dort nahm Großvater als Schreiner wieder seinen Diesnt bei der Eisenbahn auf.

 
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